"Der VCU ist eine grossartige Sache, für die zu kämpfen es sich lohnt"

Debatte, Nr. 358

Die Unternehmerin Rita Baechler-Barth hat mit ihrem Anstoss zur Revitalisierung der VCU-Regionalgruppe Zentralschweiz eine Welle von Impulsen ausgelöst, von denen sich an der Jahrestagung 2004 VCU-Mitglieder aus der ganzen Schweiz anstecken liessen. Mit der Organisation der Jahrestagung konnte die Zentralschweizer Gruppe erste Früchte ihrer Arbeit präsentieren.

Interview von Rolf Zenklusen

Frau Baechler, Sie kamen auf die Idee, die Regionalgruppe Zentralschweiz zu revitalisieren. Hat denn die VCU vorher in einem Dornröschenschlaf gesteckt?

Baechler: Ja. Aber nicht die böse Fee, sondern altbekannte Sattheit, Trägheit und eingeschliffene Gewohnheiten haben die VCU Zentralschweiz bis an den Rand des Überflüssigseins gebracht.

Da steckt doch viel persönliches Engagement dahinter. Woher nehmen Sie die Zeit dafür?

Zeit haben alle Menschen gleich viel. Die Frage müsste lauten: Woher holen Sie die Motivation dafür? Als ich vor fünf Jahren zur Präsidentin der VCU Zentralschweiz ernannt wurde, wollte ich daraus eine interaktive, schlagkräftige und von Freundschaft geprägte Vereinigung machen.

Wie haben Sie es geschafft so viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter für das Projekt zu gewinnen?

Ich begann, mit Mitgliedern über Veränderungen und Wachstum unserer Regionalgruppe zu reden und stellte Offenheit und Interesse fest. Ich formte eine Task Force mit dem Ziel, der VCU Zentralschweiz einen professionellen Unterbau zu geben. Mit unserem Anliegen gelangte ich an das Lassalle-Haus in Bad Schönbrunn. Dort bot man uns an, eine Gruppe von 10 bis 14 Personen während sechs Monaten systematisch bei einem inneren Prozess, der die Revitalisierung zum Ziel haben sollte, zu schulen.

Hat man es als Frau in diesem Bereich schwerer?

Als Frau hat man es nur schwer, wenn man sich einbildet, es sei schwer. Während fünf Jahren Präsidium hatte ich nie Probleme damit, meine Arbeit in einem von Männern dominierten Umfeld zu leisten.

Welche Ziele haben Sie mit der Wiederbelebung verfolgt?

Das erste Ziel war ganz klar die Entstaubung auch des "C" und die Verjüngung unserer Regionalgruppe und mehr Attraktivität mittels einer klaren Strategie.

Konnten Sie diese Ziele erreichen?

Heute blicken wir auf eine geistig und personell verjüngte VCU Zentralschweiz. Wir sind es inzwischen gewohnt, einander im bewussten Dialog zu begegnen und gehen vermehrt proaktiv aufeinander zu. Obschon wir eine kleine Gruppe sind, konnten wir im letzten Vereinsjahr acht Neumitglieder aufnehmen.

Gab es auch Rückschläge während der Revitalisierung?

Einige Mitglieder hatten während der Ausbildungsphase im Lassalle-Haus und bei der bevorstehenden Umsetzung Probleme mit meiner Person als Führungskraft. Sie meinten, ich arbeite zu wenig klar strukturiert, und ich sei zu wenig streng und "zackig". Nun hat sich klar gezeigt, dass nicht immer Strenge und ein militärischer Ton zum gewünschten Erfolg führen.

Wie haben die Mitglieder auf die Revitalisierung reagiert?

Dazu kann ich nur sagen: Mit Stolz und Freude! Unseren Mitgliedern ist es letztlich zu verdanken, dass die Revitalisierung gelungen ist. Sie sind es, die sie uneingeschränkt mitgetragen und uns ihr Vertrauen geschenkt haben.

Was konkret bringt die Revitalisierung den Mitgliedern?

Bestimmt bringt sie vielen ins Bewusstsein, dass die VCU eine ganz grossartige Sache ist, für die zu kämpfen es sich lohnt Dass sie eine Vereinigung ist, die sich dem "C" verpflichtet und eine Stimme in der Wirtschaft, Gesellschaft und Politik sein will.

Nun werden Sie in der VCU Schweiz bewundert für Ihre Bemühungen. Wie gehen Sie damit um?

Ich freue mich über diese geistigen Streicheleinheiten, bilde mir aber nicht ein, sie seien allein für mich bestimmt. Wir sind eine ganze Gruppe, eine Task Force, die all das geschaffen hat. Zudem gibt es da noch die göttliche Vorsehung, die ihre schützende Hand über uns hält!

Was muss geschehen, damit dieser Funke von der Zentralschweiz auf die übrige Schweiz überspringt?

Wir sind seit der Jahrestagung alle gemeinsam auf dem Weg zum Erfolg! Und wer möchte da nicht freiwillig mitmachen? Meine Kollegen und Kolleginnen in der Zentralschweiz und ich wären überaus stolz, wenn unser Beispiel Schule machen würde. Persönlich empfinde ich es als Herausforderung, dass ich als neu gewähltes Mitglied des Ausschusses der VCU diesen Prozess in der ganzen Schweiz aktiv begleiten darf.

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